Spierenstich

Der Spierenstich verbindet zwei Seilstränge oder Reepschnüre in Ringform, was die Festigkeit nicht so stark reduziert wie ein Knoten in Tropfenform (z.B. Sackstich, Paketknoten). Hierzu müssen die Enden in entgegengesetzte Richtungen zeigen.

Die Enden zeigen in entgegengesetzte Richtungen

Durch die Anzahl der Umwicklungen beim Knüpfen, kann man die Reibung im Knoten verändern und so mit  mehreren Wicklungen auch glatte, „rutschige“ Schnüre aus Kevlar oder Dyneema zuverlässig verknoten.

Kevlar Reepschnur: mindestens doppelter Spierenstich

2 Wicklungen = doppelter Spierenstich

Dyneema Reepschnur: 3-facher Spierenstich

3 Wicklungen = dreifacher Spierenstic

Die häufigste Anwendung im Bergsport ist das Verknoten von Reepschnüren zu Schlingen (z.B. Standplatzkrake, Prusikschlinge, permanente Sanduhrschlinge, Schlingen zum permanenten Verbinden von Bohrhaken)

Der Spierenstich gehört zu den aufwändigeren Knoten zum knüpfen, aber auch zum Kontrollieren. Ist er falsch, oder unvollständig geknüpft, kann er sich (wie sehr viele andere Knoten auch) bei Belastung öffnen.

Hinweis:

  • Enden mindestens 10-facher Seil-/Schnurdurchmesser
  • Die beiden Knoten müssen aufeinander auflaufen bei Belastung
Beim korrekten Knüpfen laufen die Knoten aufeinander auf und blockieren sich so gegenseitig
  • Zeitaufwändigeres Knüpfen
  • Schwierigeres Knüpfen und Kontrollieren
  • Kann durch den einfacheren Paketknoten ersetzt werden (Zeitmangel, Klettersituation)
  • Reduziert die Materialfestigkeit deutlich weniger als ein Sackstich