„Großlitzner-Seehorn Überschreitung“ – Der geniale Saisonabschluss!

Veröffentlicht von

Mit dem Bike ging es um 0650 los Richtung Saarbrücker Hütte. Der weg ist nicht ideal zum Fahren, darum waren des Öfteren auch Schiebepassagen Bestandteil des Aufstiegs.

Hier gibt es die GPS-Tour auf Alpenverein Aktive

Wir stiegen vom Vermuttstausee (P1780) (optional Bielerhöhe P2040) Richtung Saarbrücker Hütte auf bis zu einem deutlichen Abzweig nach links/südost (P2380/1:22h) auf.

Dort stellten wir die Bikes ab und folgten dem markierten Pfad bis auf den Litzner Sattel (P2737/2:02h).

Auf dem Sattel sahen wir rechts/westlich einen breiten brüchigen Rücken, den wir unten nach links/nordwest passierten und über lockeres Blockgelände in eine Rinne aufstiegen. Wir hielten uns in der Rinne immer rechts bis wir auf dem kleinen gegenüberliegenden Grat Steinmänner sahen. Diese erreichten wir durch das Queren dieser steilen mit Erde bedeckten Rinne und kamen so auf festen Fels der uns weiter nach oben führte.
Oben wurde es nochmals schuttig und unangenehm zu gehen, aber wir fanden irgendwann nach rechts einen Ausstieg Richtung Joch (P2885/2:30h).

Hier trafen wir zwei Steinböcke und nach wenigen Metern sah ich dass von unten links/südost ein Fixseil an neuen Bohrhaken auf den Sattel führte, eventuell eine Auf-/Abstiegsoption.

Von dort ging es in leichter Kraxelei weiter und es gab immer mehr festen und soliden Fels und ehe man sich versieht trifft man den ersten Bohrhaken und orientiert sich nun an der logisch Linie die der Fels vorgibt und sich ein cleverer Erstbegeher auch suchen würde.
Es kam schnell Spass auf, nur die dünne Luft machte uns Flachlandtirolern wirklich zu schaffen.
Bis zu der Platte war uns der Weg klar, aber ich wäre eigentlich durch die Platte geklettert und danach durch die Verschneidung, das Topo jedoch „befahl“ uns auf der Platte nach links auszuweichen was wir artig taten (warum man das machen soll erschloss sich uns auch danach nicht). Dann über den Aufschwung und hoch zum Gipfel das Großlitzners (P3109/3:58h).

3de015b0-1381-4415-abd3-4ea671cea62a-1.jpg

Gipfelbucheintrag, jausnen, Schnaps, Fotos und weiter geht es zum Abseilen.
4x musst wir das Seil fädeln bis wir unten waren und durch den Wind hätten wir fast waagrecht abseilen können 🙂
Es wurde einiges saniert und es gab viele neue Haken an den Abseilstellen.
Auf dem Hochjoch (P2980/4:42h) kraxelt man noch etwas bis zu dem Aufstieg zum Seehorn in festem Fels. Wir kletterten auch noch eine ausgesetzte Felsstufe ab (es sind dort auch Sicherungspunkte vorhanden) und umgangen zusätzlich die Eispassagen im Fels.

Der Aufstieg zum Großen Seehorn war leichte Kletterei mit Passagen im Firn, aber wir mussten immer wieder pausieren, da unsere Körper einfach nicht wussten was er mit dieser dünne Luft machen soll. Aber eine Coke-Pause gab uns wieder genug Luft für die restlichen Meter, so dass wir schliesslich das Grosse Seehorn (P3121/5:10h) um Punkt 12:00Uhr erreichten.

img_4595.jpg

Dann hiess es abseilen und wir wählten die Abseilroute auf den Gletscher, was nicht die beste Optiondarstellte wie wir merkten.

Der zweite Abseilpunkt ist über Schlingen mit einem Schnappkarabiner, jedoch sollte diese getauscht werden. (2m altes Seil+ 1 Rapid Maillon wären ideal).

Nach 8x abseilen an selbstgebastelten Abseilringen (!!) waren wir schliesslich im Firnhang welchen wir absteigen mussten. Von dort mussten wir über das schuttbedeckte Felslabyrinth zum Gletscher nach unten finden, was nicht mal so einfach war. Wir hielten uns tendenziell südwestlich bis zum Fels und dann wieder nördlich (siehe Track).

Dann kam der Bergschrund der teiweise unter sehr dünnem Firn versteckt war, so entschieden wir uns über eine Morän zu gehen und dann in den Gletscher reinzuqueren.  Dies ging gut und wir liefen NNW-Richtung Seelücke (P2776/7:08). (Steigeisen könne je nach Schneelage erforderlich sein, ebenfalls ein Pickel).

Der Abstieg führte nun Richtung Saarbrücker Hütte, jedoch verliessen wir den Weg davor und peilten den Abstiegsweg direkt an, bis wir auf den Fahrweg kamen und schliesslich zu den Bikes (P2380/7:38h)

Nun kam der angenehme Teil des Abstiegs und wir waren bereits 18 Minuten später wieder beim Auto. Einfach Gold wert diese Zweiräder.

Nach ziemlich exakt 8 Stunden waren wir wieder zurück und hatten nun auch den Genuss ein Bier in der Sonne zu geniessen. Herrliche Tour und diese ganz allein für uns.