29 4000er in 3 Wochen – Abenteuer in Zeitraffer

Veröffentlicht von

3 Wochen – 29x 4000er Gipfel – 292km zu Fuss  – 28’450 Höhenmeter Aufstieg

Die nackten Zahlen, aus ihnen kann man vielleicht ableiten dass ich im August 2020 regelmässig auf mein Schrittziel kam, auch kann man sich vorstellen, dass es für mich ein eher sportlicher Monat war, aber welche emotionalen Momente ich dabei erlebte und welche Herausforderungen es dabei zu bewältigen gab, dazu möchte ich nun einige Zeilen schreiben.

Ja, es war organisatorisch doch eine Herausforderung 29 mal die 4000er Marke zu überschreiten in einer solch kurzen Zeit, aber die Vorbereitung begann schon viel früher und zwar während Corona. 

Die Vorbereitung

Kondition, Bergsteigerisches Können und Akklimatisierung waren die drei Faktoren die ich als Grundpfeiler für mein Vorhaben definierte. Wobei für mich immer Kondition an erster Stelle stand. Denn zu wenig Kondition bedeutet Erschöpfung woraus koordinative Schwierigkeiten und Konzentrationsfehler entstehen. Nicht ohne Grund passieren viele Unfälle in den Bergen beim Abstieg oder zu fortgeschrittener Stunde der Tour.

Darum waren ab März Lauftraining, Trailrunning, alpine Bergtouren und Berglauf an der Tagesordnung mit 500 bis 2300 Höhenmetern, je nach verfügbarer Zeit. Dazu kamen unter der Woche noch vielen Bike-Kilometern dazu, denn gerade so kann man auch das mentale Durchhaltevermögen trainieren und lernen duchzubeissen.

An den Wochenenden kamen dann allmählich alpinere Touren dazu, auch wenn die Saison noch etwas zu früh war. Skihochtouren und Nordwände sollten neben der Grundlagenausdauer auch die Technik schulen und spezifischer auf die 4000er vorbereiten.

Ein Highlight war hier sicher die Matterhornbesteigung mit viel zu viel Schnee und Eis, aber dafür ohne den üblichen Massenandrang, denn auch die Hörnlihütte war noch geschlossen. Der Lohn war dafür, alleine (nur mit meinem Tourenpartner) auf dem Gipfel zu stehen und so war die Freude unbeschreiblich und das feierten wir auch entsprechend VIDEO

Auch der Biancograt will hier erwähnt sein, eine gute Vorbereitungstour in der ich die Reaktion auf die Höhe austesten konnte und das neu erworbene, ultraleichte Biwakmaterial konnte. Auch die schnelle Fortbewegung im ausgesetzten Felsgelände war ein Schwerpunkt der Tour, so

Die Planung:

Die erste Woche sollte mit die Möglichkeit geben mich noch besser an die Höhe zu gewöhnen und dafür boten sich die „WS“-Touren im Rahmen der sogenannten „Spaghettitour“ an. Dabei handelt es sich um eine Durchquerung des Monterosa Massivs mit einigen 4000ern und Stützpunkten auf Hütten die allesamt über 3’000m liegen. Da diese erste Woche für mich im Komfort-Bereich liegen sollte, wollte ich im Rahmen einer Führungstour der Sektion zwei Personen die Möglichkeit geben, mit mir den ersten Teil meines Abenteuers in den Westalpen zu erleben.

Das spezielle an Überschreitungen und Durchquerungen ist oft, dass man auch nach einem Gipfel oft einen anderen Weg absteigen muss und dieser dann nicht schon bekannt ist vom Aufstieg, so kann es mitunter auch dazu kommen, dass man auf einmal in einer Sackgasse steht und die Gründe können hier vielfältig sein. Mentale Belastungsgrenzen, mangelndes Kletterkönnen im Fels oder Steileis, nicht angepasste Ausrüstung oder einfach die Mangelnde Kondition die, sollten bei den potentiellen Mitstreitern keine limitierenden Faktoren sein, darum stellte ich recht hohe Anforderungen an die Teilnehmer der Tour, um so auch den Anforderungen der Tour gerecht zu sein und somit den wichtigen Grundstein für ein erfolgreiches und vor allem sicheres Tourenerlebnis zu legen. Im Verlauf der Tour sollte sich noch zeigen warum…

Wie gewohnt plante ich akribisch die einzelnen Etappen der Spaghetti-Tour, und erarbeitete einen Plan mit Distanzen Höhenmeter, Alternativrouten und Bonus-Gipfeln. Ich wollten zumindest dass die erste Woche entspannt abläuft denn in den darauf folgenden zwei Wochen würde ich alles situativ entscheiden müssen, wobei Wetter, Routen-Bedingungen und Tourenpartner die Variablen sein sollten welche mich bei der täglichen Planung herausfordern würden.